Wasser statt Säure

Das Wirtschaftsmagazin Gewinn veröffentlicht in seiner Septemberausgabe 2020 einen Beitrag über uns. Dazu sprach BlueSky Energy Geschäftsführer Helmut Mayer mit Stefan Tesch von Gewinn.

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Getrunken hat er es schon. Für einen TV-Beitrag, bei dem die Salzwasserbatterie mit einem Jagdgewehr angeschossen wurde. Statt eines Feuerballs gab es nur ein Leck und dann den bildgewaltigen Schluck von der dunklen Brühe. Helmut Mayer ist kein Wassersommelier, sondern Geschäftsführer von BlueSky Energy mit Sitz in Vöcklamarkt. Das Batterieunternehmen baut ungefährliche, „gesunde“ und wartungsfreie Stromspeicher für den stationären Einsatz, etwa in Wohnhäusern. In diesen Natrium-Ionen- Akkumulatoren sind im Gegensatz zur Lithium-Ionen-Technologie keine explosiven Stoffe enthalten. Die Zutaten heißen Edelstahl, Mangan-Oxid sowie Kohlenstoff-Titan-Phosphat, umspült von Salzwasser.

„Es ist ein Nischenprodukt, nur rund 20.000 solcher Batterien sind weltweit im Einsatz“, erklärt Mayer. Das hat seine Gründe. Im Vergleich zu Lithium- Ionen sind Salzwasserbatterien schwerer, größer und können die Energie nicht so schnell aufnehmen und abgeben. Daher ist diese Technologie etwa für Autobatterien ungeeignet. Dafür umso mehr für einen Einsatz als Stromspeicher in Gebäuden, am besten in Kombination mit Photovoltaik. „Sie haben eine gleichlange Lebensdauer wie Lithium-Ionen und können zu 100 Prozent entladen werden, ohne Schaden davon zu nehmen“, so Mayer.

Die „schlüsselfertigen“, mit Wechselrichter und Energiemanagement ausgestatteten Produkte namens Greenrock umfassen fünf bis 30 Kilowattstunden (ca. 1.000 Euro pro kWh) für private Anwendungen, 30 bis 270 Kilowattstunden (ca. 800 Euro pro kWh) für gewerbliche Speicherlösungen und maßgeschneidert bis zu mehreren hundert Kilowattstunden.

Von Asien nach Oberösterreich

Preislich liegen die Salzwasserbatterien derzeit ungefähr mit Lithium-Ionen gleichauf. Das soll sich bald ändern, denn noch kauft BlueSky Energy die Zellen aus Asien zu und assembliert hierzulande. „Unsere Produzenten können aber nicht so viel liefern, wie wir benötigen würden“, sagt Mayer. Daher möchte er nun hierzulande produzieren und damit die Fertigungskapazität von 3.000 Batterien auf 30.000 verzehnfachen. Durch die Skalierung sollen die Preise pro kWh von derzeit 800 bis 1.000 auf 600 Euro sinken.

Fünf Millionen Euro kostet der Aufbau einer Produktion in Frankenburg, in der Nähe von Vöcklamarkt. Für die Finanzierung gibt das Unternehmen 1.500 Genussrechte zu je 1.000 Euro aus. Die Zeichnungsfrist läuft bis 30. September 2020 (mehr unter bluesky-energy.eu/beteiligungsmodell). Am Beispiel des Gewinns von 2019 in Höhe von 200.000 Euro beträgt die Verzinsung 0,68 Prozent pro Jahr. Für 2024 prognostiziert Mayer einen Gewinn von vier Millionen Euro, was einer Verzinsung von knapp 14 Prozent entsprechen würde.

Afrika und Indien als Zukunftsmärkte

Noch heuer sollen die ersten Zellen vom Band laufen, 2021 ist der Regelbetrieb geplant. BlueSky Energy exportiert seine Produkte aktuell in 22 Länder in Europa, Amerika, Afrika und Asien. Kunden sind in erster Linie Eigenheimbesitzer, Schulen, Gemeinden, Seniorenwohnhäuser und kleine Gewerbebetriebe. Langfristig sieht Mayer in Afrika und Indien großes Potenzial: „Dort kommen noch viele alte Blei-Akkus als stationäre Speicher zum Einsatz.“ Auch wenn Salzwasser-Akkus in der Anschaffung rund doppelt so teuer sind, entsteht die Kosteneffizienz über die dreimal so lange Lebensdauer gegenüber Blei-Akkus.

Den Artikel können Sie nachlesen in: Gewinn, Das Wirtschaftsmagazin für den persönlichen Vorteil, Wien, im September 2020, Nr. 9, Seite 82